Test zu Trackastrophe!: Auf den Schienen des Rätsels

, von Enzo

Test zu Trackastrophe!: Auf den Schienen des Rätsels

Trackastrophe! ist das zweite Spiel, das von einem kleinen belgischen Studio mit sechs Mitarbeitern entwickelt wurde, und präsentiert sich als zugängliches und entspannendes Puzzlespiel – das aber trotzdem einen Hauch von Chaos mitbringt. Das Konzept ist ziemlich einfach: In einer ganzen Reihe von Levels in isometrischer Ansicht musst du Eisenbahnschienen verlegen, um den Ausgang zu erreichen und unterwegs Waggons einzusammeln. Das Spiel ist zwar relativ unauffällig erschienen, ist uns aber nicht entgangen. Was hat es zu bieten?

Erste Eindrücke

Schon auf den ersten Blick besticht Trackastrophe! durch seine ziemlich einzigartige künstlerische Gestaltung. Die farbenfrohen Umgebungen erinnern an manche Cartoons aus den 90ern, mit thematischen Welten voller lustiger kleiner Details. Jedes Biom hat seine eigene visuelle Identität: prähistorische Dschungel, seltsame Höhlen, verschneite Gebiete oder auch Levels, die von noch absurderen Dimensionen inspiriert sind.

Das Ganze profitiert von einer übersichtlichen isometrischen Perspektive, die es dir sofort leicht macht, das Gelände zu überblicken. Es ist niedlich und übersichtlich. Doch hinter dieser unbeschwerten Fassade verbirgt sich ein echtes Rätselspiel, das manchmal kniffliger ist, als es zunächst scheint. Das Prinzip bleibt einfach: Schienenteile und interaktive Elemente richtig platzieren, damit unsere Lok das Ziel erreicht und dabei zusätzliche Waggons einsammelt.

Einblick in das erste Level von Trackastrophe mit wenigen Rätseln Ein weiteres Level des ersten Bioms, relativ einfach

Fahr los, fahr los, kleiner Zug!

Die verschiedenen Spielmechaniken werden sanft eingeführt, man fühlt sich nie verloren. Weichen, Tunnel, Teleporter oder auch Felshindernisse sind mit von der Partie. Das Spiel besticht durch eine gewisse Portion Humor in seinen übertriebenen Animationen und seinem allgemeinen Ton. Dieser sehr entspannte Ansatz erinnert an manche mobilen Puzzlespiele, allerdings mit einer sorgfältigeren Präsentation und einem spürbaren Gefühl der Weiterentwicklung.

Was den Inhalt angeht, besteht jedes der 5 Biome aus etwa zwanzig Levels, darunter auch Bonuslevels, in denen der Schwierigkeitsgrad stetig zunimmt – und Hinweise sind erhältlich, damit du nicht komplett feststeckst.

Menü zur Anpassung der Lokomotive Menü zur Anzeige der verschiedenen erhältlichen Biome und Level

Es läuft rund, und genau das wollen wir

Technisch gibt’s nichts zu beanstanden: Es handelt sich hier um ein kleines Spiel, das auf allen Computerkonfigurationen wunderbar läuft. Das Spielerlebnis ist flüssig, reaktionsschnell und Ladezeiten sind so gut wie nicht vorhanden.

Was die Benutzeroberfläche angeht, ist sie recht schlicht gehalten, was sie sehr intuitiv und funktional macht. Wir hätten uns allerdings auf Dauer etwas mehr Abwechslung beim Sound gewünscht, insbesondere mit noch fröhlicheren und mitreißenderen Musikstücken, da sich manche Melodien nach mehreren Stunden leicht wiederholen.

Blick von oben auf eines der Wüstenbiome des Spiels

Ein kleiner Mangel an Tiefe

Letztendlich hätten wir uns aufgrund der sehr klassischen Struktur ein bisschen mehr Tiefe gewünscht. Man kann nicht wirklich von einem „Mangel“ im eigentlichen Sinne sprechen, da das Spiel hält, was es verspricht, und nie behauptet hat, ein umfangreiches und vollständiges Erlebnis zu sein.

Trotz der verschiedenen kleinen Ideen hier und da ist es ein Abenteuer von nur wenigen Stunden, bei dem sich die einzelnen Abschnitte relativ ähnlich sind. Es handelt sich um ein lockeres Erlebnis, das in erster Linie als kleine Gelegenheitsunterhaltung gedacht ist und nicht als tiefgründiges Rätselspiel.

Draufsicht auf eines der Waldbiome des Spiels mit mehreren Rätseln Ein weiteres Level eines der Waldbiome im Spiel mit weniger Rätseln

Auf dem PC getestet. Unsere Bewertungsrichtlinien findest du hier.

7/10

Mit seinem einzigartigen visuellen Stil und seinen sympathischen Rätseln präsentiert sich Trackastrophe! als interessante kleine Indie-Überraschung für alle, die es mal ausprobieren möchten – ohne dabei das Genre zu revolutionieren oder den Anspruch auf Großes zu erheben. Wenn du auch nur ein bisschen neugierig auf das Spiel bist, zögere nicht, es auszuprobieren.

  • + Ein originelles und ansprechendes visuelle Erscheinungsbild
  • + Ziemlich originelle Spielmechaniken
  • + Man lässt sich schnell davon mitreißen
  • - Ein wenig zu klassisches Konzept
  • - Kurze Lebensdauer